Über den ersten Eindruck hinaus
Wenn das Bild hält, was es verspricht
Das perfekte Bewerbungsfoto hat die Tür geöffnet. Sie sitzen im Gespräch, der Espresso dampft – und dann fällt dieser eine Satz, der über Sieg oder Niederlage entscheidet:
„Erzählen Sie doch mal etwas über sich!“ 😱
Der Fotograf wird heute selbst fotografiert. Fotograf ist diesmal mein Sohn Henry.
In meiner Arbeit als Porträt-Fotograf feilen wir stundenlang an der perfekten visuellen Visitenkarte. Doch was nützt die beste Verpackung, wenn der Inhalt beim Auspacken stockt? Ein aktueller Impuls der Karrierecoachin Ragnhild Struss (via SPIEGEL Online) bringt es auf den Punkt: Wer hier punktet, gewinnt das psychologische Oberwasser.
Der „Rote Faden“ statt der Nacherzählung
Der größte Fehler? Den Lebenslauf chronologisch vorzubeten. Ihre Gesprächspartner haben Ihre Unterlagen gelesen. Sie suchen keine Wiederholung, sondern eine stimmige Geschichte. Nutzen Sie das Drei-Stufen-Modell:
Vergangenheit (Past): Wählen Sie nur die Stationen, die eine direkte Brücke zur neuen Stelle schlagen. Relevanz schlägt Vollständigkeit.
Gegenwart (Present): Wer sind Sie heute? Skizzieren Sie Ihre aktuelle Rolle und Ihre Kernkompetenzen.
Zukunft (Future): Warum ist genau dieses Unternehmen der logische nächste Schritt?
Souveränität ist eine Arbeitsprobe
Besonders für Führungskräfte ist dieser Einstieg der erste Beweis ihrer Kommunikationsstärke.
Das 2-Minuten-Limit: Wer Wesentliches von Unwesentlichem trennen kann, beweist Struktur. Halten Sie Ihren Monolog kurz und knackig.
Privates mit Mehrwert: Hobbys gehören nur rein, wenn sie eine Kompetenz (z. B. Disziplin durch Marathon) untermauern.
Der Anker-Effekt: Wer souverän startet, wird automatisch als kompetenter wahrgenommen – über das gesamte restliche Gespräch hinweg.
Erkenntnis: Ein starkes Foto öffnet die Tür, ein starker Einstieg lässt Sie eintreten. Für den visuellen Teil bin ich zuständig – wann sehen wir uns im Studio?