Warum ich keine AfD-Kandidaten fotografiere
Ein Plädoyer für Haltung
„Darf ich mit meinen Fotos eigentlich alles machen?“ – Das ist eine der häufigsten Fragen in meinem Vorgespräch. In meinen FAQ unter Punkt 8 gebe ich darauf eine sehr klare Antwort. Da diese Antwort aber mehr ist als nur eine rechtliche Klausel, möchte ich dir hier erklären, warum mir dieser Punkt so am Herzen liegt und wo ich als Fotograf und Mensch meine roten Linien ziehe.
Fotografie ist Vertrauenssache – und Wertesache
Wenn du mich buchst, kaufst du nicht nur eine technische Dienstleistung. Du kaufst meinen Blick auf die Welt, meine Zeit und meine kreative Energie. In dem Moment, in dem ich den Auslöser drücke – meist sogar schon im Dialog davor – entsteht eine Verbindung.
Für dein Marketing, deine Website oder deine Social-Media-Profile gebe ich dir fast alle Freiheiten. Ich möchte, dass du mit den Bildern erfolgreich bist. Aber: Meine Bilder tragen auch meine Handschrift. Deshalb ist es mir wichtig, in welchem Kontext sie auftauchen.
Wo ich die Grenze ziehe
Ich stehe leidenschaftlich für demokratische Werte, Vielfalt und Respekt. Das ist die Basis meiner Arbeit. Deshalb schließe ich die Nutzung meiner Bilder für folgende Bereiche konsequent aus:
Rechtswidrige oder gewalttätige Inhalte.
Diskriminierung jeglicher Art.
Radikale politische Botschaften, die unsere demokratische Grundordnung untergraben.
Warum ich keine AfD-Kandidaten fotografiere
Vier Stolpersteine am Pferdemartk Bottrop
Ich hatte tatsächlich schon mehrfach Anfragen, Fotos für Wahlplakate der AfD zu erstellen. Oft kamen diese zunächst unter dem Deckmantel von „Bewerbungsfotos“ daher. Doch ich habe meist schon im Vorgespräch gespürt, dass etwas nicht stimmte, und gezielt nach dem konkreten Verwendungszweck gefragt.
Dass ich hier so spezifisch werde, hat einen Grund: Meine Arbeit ist untrennbar mit meinen Werten verbunden. Die AfD ist keine Partei wie jede andere. Wenn Führungspersönlichkeiten dieser Partei die Gräueltaten des Nationalsozialismus und die Ermordung von Millionen Juden als „Vogelschiss“ in der deutschen Geschichte verharmlosen, ist das für mich keine „andere Meinung“, sondern ein Frontalangriff auf die Menschlichkeit.
Wenn prominente Köpfe dieser Partei eindeutig „Nazis“ sind, dann kann ich die Parteifreunde dieser Nazis nicht fotografieren. Ich möchte nicht, dass meine visuelle Sprache dazu beiträgt, Menschen den Weg zu ebnen, die die Geschichte relativieren oder gegen Minderheiten hetzen.
Diese Werte sind für mich als Selbstständiger und übrigens auch als Vater essenziell – gerade weil meine erwachsenen Kinder in Frankreich leben, ich viele Freunde in der ganzen Welt habe und ich die Freiheit offener Grenzen innerhalb Europas sehr schätze.
Was das für dich bedeutet
Vielleicht fragst du dich: „Muss ich jetzt Angst haben, etwas Falsches zu sagen?“ Keine Sorge. Mir geht es nicht darum, jede politische Nuance zu kontrollieren. Es geht um das Fundament. Tatsächlich habe ich bereits Kandidaten fast aller anderen im Bundestag vertretenen Parteien fotografiert. Konkret: alle außer AfD und BSW. Heißt die Partei noch so?
Wenn du für ein offenes, respektvolles und demokratisches Miteinander stehst, sind wir auf einer Wellenlänge. Meine klare Absage an Rechtsaußen ist ein Versprechen an dich: Wenn du mit mir arbeitest, buchst du jemanden mit Rückgrat. Das schützt auch deine Marke – denn du weißt genau, in welcher „Nachbarschaft“ deine Bilder (und dein Fotograf) niemals stehen werden.