Bis zu 175 € Zuschuss für dein Bewerbungsfoto

Das „unsichtbare“ Budget: Wie du bis zu 175 € für dein Bewerbungsfoto bekommst

Wer auf Jobsuche ist, kennt das Standardprozedere: 5 Euro pauschal für eine Post-Bewerbung, vielleicht ein paar Cent für Online-Bewerbungen. Doch wenn es um das Bewerbungsfoto geht, stoßen viele an finanzielle Grenzen. Während viele Jobcenter nur 30 bis 50 Euro erstatten, gibt es in Metropolen wie Frankfurt, Düsseldorf oder Essen Möglichkeiten, ein Vielfaches davon zu erhalten.

Foto einer jungen Mannes mit freundlichem Lächeln vor dunklem Hintergrund

Premium Bewerbungsfotos für Bottrop, Essen, NRW. Auch für junge Leute.

Wie kommst du an Beträge von 175 Euro und mehr? Der Schlüssel liegt in einem speziellen Posten des Vermittlungsbudgets, den viele gar nicht auf dem Schirm haben.

Das Vermittlungsbudget: Mehr als nur Briefmarken

Die rechtliche Grundlage für finanzielle Hilfen bei deiner Jobsuche ist der § 44 SGB III. Da dies eine sogenannte Ermessensleistung ist, hat jede Regionaldirektion der Agentur für Arbeit und jedes Jobcenter eigene Spielräume. Das bedeutet: Es gibt keinen starren Katalog, sondern individuellen Spielraum für deinen Erfolg.

Der Insider-Tipp: „Unterstützung der Persönlichkeit“

In den internen Richtlinien (den sogenannten ermessenslenkenden Weisungen) vieler Städte existiert ein oft übersehener Posten: Leistungen zur Unterstützung der Persönlichkeit.

Während normale „Bewerbungskosten“ oft gedeckelt sind, ist dieser Topf für dein professionelles Erscheinungsbild gedacht. Das beinhaltet oft:

  • Hochwertige Business-Fotoshootings (inkl. Retusche und digitaler Rechte).

  • Friseurbesuche zur Vorbereitung auf wichtige Vorstellungsgespräche.

  • Angemessene Kleidung für das Interview oder den neuen Job.

In Städten wie Frankfurt am Main oder Düsseldorf werden hierfür oft Budgets bis zu 175 Euro (im Paket mit Kleidung manchmal sogar mehr) veranschlagt.

Beispiele aus der Praxis

Ein Blick in die Richtlinien zeigt, wie unterschiedlich die Regionen entscheiden:

  • Ennepe-Ruhr-Kreis: Hier sind explizit bis zu 150 Euro für die „Unterstützung der Persönlichkeit“ vorgesehen.

  • Essen & Düsseldorf: Hier wird verstärkt auf die Notwendigkeit gesetzt. Wenn du dich im Bankwesen, im Management oder im gehobenen Vertrieb bewirbst, kannst du glaubhaft machen, dass ein 30-Euro-Foto vom Automaten nicht ausreicht. Hier sind Erstattungen im Bereich von 175 Euro für ein Profi-Shooting absolut realistisch.

3 Schritte zu deinem Premium-Foto

1. Vorher fragen, nicht nachher einreichen

Das ist die wichtigste Regel: Du musst den Antrag zwingend vor dem Fototermin stellen. Wer erst die Rechnung präsentiert, bleibt meist auf den Kosten sitzen. Ein kurzer Anruf oder eine Nachricht über das Jobcenter-Portal reicht oft aus.

2. Nutze die richtige Wortwahl

Nutze im Gespräch mit deinem Vermittler gezielt die Begriffe aus den Richtlinien. Frag nach der Übernahme von Kosten zur „Anpassung des persönlichen Erscheinungsbildes“ oder zur „Unterstützung der Persönlichkeit“.

3. Argumentiere mit deiner Zielbranche

Begründe den höheren Betrag mit deinem Berufsziel. Ein IT-Projektleiter oder eine Hotelmanagerin benötigt ein anderes professionelles Auftreten als eine Aushilfskraft. Ein hochwertiges Foto ist hier kein Luxus, sondern eine notwendige Investition in deine Vermittlungschancen.

Fazit

Lass dich nicht mit Standard-Pauschalen abspeisen, wenn dein Berufsweg ein professionelles Auftreten erfordert. Das Vermittlungsbudget ist flexibler, als viele denken. Es lohnt sich, nach den regionalen Höchstgrenzen für die „Persönlichkeitsunterstützung“ zu fragen – es könnte dein entscheidender Vorteil für die nächste Einladung zum Vorstellungsgespräch sein.

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